Hotel Alpenhof-Post, Melchtal 
Sommer- und Winterkurort 
im Herzen der Zentralschweiz 

 

 





  Wallfahrtskirche Melchtal
  Lieber Pilger - lieber Gast in unserer Kirche
  Etwas Geschichte
  Etwas über das Künstlerische
  Die Darstellungen im Einzelnen
   
 


Lieber Pilger - lieber Gast in unserer Kirche

In unserer Wallfahrtskirche verehren wir in Maria der Gottesmutter die liebenswerteste Frau, die Gott der Welt schenken konnte. Als fürbittende Schwester besteht ihre Hauptaufgabe darin, uns in ihrem Kind «die Güte und Menschenfreundlichkeit Gottes» in unserer Welt zu zeigen.

Etwas Geschichte

Der Ursprung der Muttergottesverehrung im Melchtal hängt eng zusammen mit dem Leben des Heiligen vom Ranft. Bruder Klaus besass in seiner Zelle eine Muttergottesstatue, die ihn an ein mystisches Erlebnis im Melchtal erinnerte. (Das Hochaltarbild der jetzigen Kirche erzählt davon.) Nach dem Tod des Heiligen kam die Statue über einige Umwege in das Kaplanenhaus vom Flüeli und fand, nach glaubwürdigen Zeugen, 1721 den Weg ins Melchtal. (Diese Geschichte erzählen die Deckenbilder der Gnadenkapelle.) Seit Beginn des 17. Jahrhunderts stand im Melchtal eine Muttergotteskapelle. Ihren Platz bezeichnet heute der Aerny von Melchtal-Brunnen, einige Schritte südöstlich der heutigen Kirche.

Zu Beginn dieses Jahrhunderts zeigte sich die Kirche, die schon immer zu eng war, recht baufällig, so dass am 11. Juli 1926 am jetzigen neuen Platz der Grundstein zu einer neuen Kirche gelegt wurde. Am 9. September 1928 konnte die Kirche in neubarockem Stil unter grosser Beteiligung der Bevölkerung und vieler Gäste eingeweiht werden. Initiator und treibende Kraft war P. Michael Iten OSB. Eine Totalrenovation zu Beginn der 90er Jahre schenkte der Kirche wieder die ursprüngliche Schönheit.

Etwas über das Künstlerische

Der Kunstkenner Dr. G. Staffelbach schrieb 1928 «... Herr Architekt J. Steiner aus Schwyz hat am Eingang des Dorfes Melchtal eine neue Wallfahrtskirche gebaut, deren reiche Silhouette überrascht. Eingetreten ins Innere der Kirche bleibt der Pilger betroffen stehen. Erwartete er ein schlichtes Dorfkirchlein, wird er in seinen kühnsten Erwartungen übertroffen. Der Hochaltar in rötlichem Stuck gibt vereinfachend denjenigen der Klosterkirche Rheinau wieder. Der Gnadenaltar in der rechten Seitenkapelle mit seinem reizenden Muttergottesbild und der Christ-Königs-Altar sind so weit vom Hochaltar entfernt, dass sie mit den gewundenen Säulen nicht konkurrieren. Den gleichen Reichtum weist die Kanzel und eine Kreuz-Jesu-Kapelle beim Eingang auf. Die Altarbauer Zotz und Griesel aus Zug haben gleichzeitig die reichen Ornamente der Decke geschaffen. Die Rosen und Zweige des Rokoko mussten zugunsten der Kinder der Alpenflora zurücktreten. Die Kartuschen bereicherte der Kunstmaler Albin Schweri, Bern, mit Szenen aus dem Leben des hl. Bruder Klaus und Bildern der Marienverehrung.

Unser Blick eilt zum Hochaltarbild. Martin von Feuerstein (aus Bronschhofen, St. Gallen), ein Akademieprofessor aus München, hat darin nach seiner eigenen Aussage den Schlussstein in seine reiche künstlerische Tätigkeit gesetzt. Auf dem Bild kniet links die Asketengestalt von Bruder Klaus. Die Arme mit den bewegten Händen hat er erhoben. Der Nikolaus-von-Flüe-Typus ist gewahrt, ohne dass der Künstler seine Individualität geopfert hätte. Die Gestalt kniet, keineswegs an den Rand gedrängt, im Melchtal und weist hin auf die Beziehung des Heiligen zu diesem Tal. In der Höhe begegnet uns, auf Wolken stehend, die schlanke Gestalt der Muttergottes. Der lichtblaue Mantel fällt in wogendem Spiel über die rechte Schulter auf den Wolkenthron, auf dem das Kind steht. Die zarte Verbindung, leise angetönt, wird durch den beide einschliessenden Halbkreis schärfer betont. Die Muttergottes wendet sich zum Heiligen in der Tiefe. Frei steht das Jesuskind. Auch es schaut zum Heiligen. Die ausgebreiteten Arme, das um die Lenden gegürtete Linnen wollen deutlich auf die Erlösungsaufgabe hinweisen ...»

Die Darstellungen im Einzelnen

Hochaltar
Die vier Heiligenfiguren sind der hl. Josef, der Schutzpatron der Gesamtkirche, der hl. Benedikt, der Gründer des Benediktinerordens und der Patron des Abendlandes, der hl. Albert der Grosse, gross als Bischof und als Naturforscher, der hl. Konrad, der Gründer der Diözese Konstanz, zu der Obwalden früher gehörte.

Die Bilder der Rückwand zeigen zwei Szenen aus dem Bruder-Klausen-Leben (in Liestal erhält er den Rat, wieder heimzukehren in seine Heimat; und das Bild auf der linken Seite erinnert an ein Geschehen während der Kriegsjahre, als die Schweiz seine fürbittende Hilfe erleben durfte. Das in reinem Barockstil gestaltete Chorgestühl vom Künstler Hermann Ziegler aus Luzern zeigt 14 Geheimnisse des Rosenkranzes in Birnen- und Nussbaumholz. Ein fünfzehntes Bild sollte ursprünglich als Maria Königin über dem Hochaltar stehen.

Die Deckengemälde erinnern an das Sterben des hl. Josef im Beisein von Jesus und Maria. (Auf einem Sockel sind die Namen der drei bedeutenden Maler verewigt: A. Schweri, J. Danner und F. Elmiger.) Die Glasfenster zeigen den Erzengel Michael auf der linken Seite und rechts die heilige Margareta im Kampf mit dem Drachen.

Gnadenkapelle
Die liebliche Muttergottesstatue erinnert an das Muttergottesbild von Bruder Klaus. Die beiden Deckengemälde beschreiben das Auffinden des Gnadenbildes im Kaplanenhaus vom Flüeli und die Übertragung des Bildes in die damalige Kapelle. Die Fenstergemälde zeigen die heilige Familie, die heilige Anna mit ihrer lesenden Tochter, der späteren Mutter Jesu. Über dem Orgelwerk grüsst sinngemäss die hl. Cäcilia. In einer Nische steht eine Reliquie des hl. Bruder Klaus zur Verehrung, und die Gefässe mit den heiligen Ölen sind sichtbar ausgestellt. Erwähnenswert ist die Tafel unter dem Ewigen Licht. Mit dem Datum 1761 erinnert sie an die Übertragung des Bildes in die alte Kapelle. Ihr Standort war dort über dem Gnadenbild.

Christkönigsaltar
Das Christkönigsbild stammt von Martin von Feuerstein. Die Fenstergemälde zeigen den hl. Benedikt, wie er seine Lieblingsschüler, Maurus und Placidus mit der Verkündigung der Frohen Botschaft betraut. Das andere Fenster zeigt die hl. Katharina, die Philosophin aus Alexandria, wie sie ihr Glaubenszeugnis ablegt.

Schiff der Kirche
Die Deckengemälde (von vorne nach hinten) zeigen die Schutzmantelmadonna, Maria als Mithelfende bei der Erlösung (Arme Seelen) und Maria die Königin der Schöpfung. Die Bruder-Klausen-Reihe: Bruder Klaus als Älpler - mit seiner Familie - Bruder Klaus auf der Alp Klisterli - Bruder Klaus spendet einem sterbenden Kind auf dem Weg zur Tauf-Kirche die Nottaufe - Bruder Klaus auf der Tagsatzung in Stans - Vision des Heiligen.

Die Fensterbilder (von links hinten): der hl. Sebastian, der Patron der Melchtaler Schützenbruderschaft, der hl. Konrad, Bischof von Konstanz (er trägt ein Modell der neuen Kirche, links unten auf dem Bild die alte Kapelle). Auf der rechten Seite sehen wir den hl. Antonius, Einsiedler, den Patron der Landwirtschaft und der Älpler. Beachten Sie bei allen Glasgemälden die Anspielungen an Berge und Blumen des Melchtals.

Heilig-Kreuz-Kapelle
Die Kreuzigungsgruppe über dem Altar und auf dem Altar ein Reliquiar mit Reliquien verschiedener Heiliger. Eine sehr schöne Pietà, darüber das Bild des hl. Diakons Laurentius und gegenüber der hl. Martinus. In diesem Raum befindet sich auch die Gedenktafel für den dort bestatteten P. Michael Iten (gest. 20. März 1953). In diesem Raum hat die Dankbarkeit für sein grosses Wirken in Melchtal dem Erbauer der Kirche P. Michael Iten OSB über seinem Grab ein Zeichen gesetzt.


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